Design Thinking entwickelt Printmedien

neue Ideen für Printmedien – entwickelt mit Design Thinking

Über 100 Ideen gesammelt, 25 Prototypen gebaut – mit einem Füllhorn neuer Ideen – entwickelt mit Design Thinking – landete ich am 1. März 2018 in Berlin auf dem Media Day von Prinovis in der Bertelsmann Repräsentanz.

Ein Semester hatten 20 Studierende an dem Thema “Innovationen für Printmedien” mit der Methode Design Thinking gearbeitet. Jetzt endlich wurden die vielversprechendsten Ideen dem Publikum – bestehend aus Top-Machern- und Entscheidern der Medienbranche – präsentiert.

Die Studierenden hatten in 3 Teams gearbeitet: ein Team für “Innovationen für Zeitung”, Neues für das Medium Buch” und “Trends für das Außenplakat”

Unsere Challenge hatten wir formuliert: “Wie sehen Printmedien in der Zukunft aus & wie und wo werden sie vom Menschen genutzt?”

Jedes Team hat den kompletten Design Thinking-Prozess durchlaufen. Alle zusammen haben die Themen “Zeitung, Buch und Außenplakat” tief recherchiert, um die Zielgruppe zu verstehen.

Unsere Key Learnings waren:

  • Print steht für Aufmerksamkeit
  • Print bietet Zeit für mich (Quality Time)
  • Print ermöglicht Haptik und Sensorik
  • Print ist wichtig im Sales Funnel, vor allem zur Information und um Kunden zu halten

Die Zielgruppe intensiv befragt, danach Sichtweisen definiert. Ideen generiert und sich auf die vielversprechendsten Innovationen fokussiert. In einem nächsten Schritt wurden Prototypen gebaut, die dann Branchen-Insidern zum Testen gezeigt wurden.

Die besten Ideen kurz vorgestellt:

Die individualisierte Zeitschrift aus dem Automaten

Die Idee zum Thema Nachhaltigkeit war es einen Automat zur Erstellung von individuellen Zeitungen/Zeitschriften zu entwickeln. Der Nutzer kann den Inhalt frei aus verschiedenen Medien zusammenstellen und hat so am Ende eine Zeitung, die genau seinen Bedürfnissen entspricht. Der Automat ist umweltfreundlich und nachhaltig, da er mit Solar betrieben wird und nur auf Anfrage Produkte druckt. Per Handy (mittels einer App) kann man Zeitungen/Zeitschriften vorbestellen und vom Automaten ausdrucken lassen. Diese Vordrucke legt der Automat anschließend in kleine Abholfächer ab, um lange Warteschlangen und Wartezeiten zu vermeiden. Der Bestellvorgang am Automaten selbst funktioniert ähnliche wie eine Bestellung bei McDonalds am Screen. Diese sollen an öffentlichen, stark besuchten Plätzen stehen. Mittels vordefinierter Kategorien können die Kunden ihre individuellen Zeitungen/ Zeitschriften zusammenstellen. Diese werden in kleinem Format (DIN41/2), geleimt oder geheftet hergestellt. Das Papier besteht aus raschelfreien, knitterfreien und nachhaltigen Papier.

Zusätzlich zu dem Automat, welcher Zeitungen und Zeitschriften individuell druckt, kann der Nutzer einen passenden Umschlag in stylischem Design (Hard- oder Softcover) erwerben. Dieser Umschlag hat drei verschiedene Funktionen, welche beliebig miteinander kombiniert werden können. Er bietet eine Schutzfunktion, Wärmefunktion und Beleuchtungsfunktion.

Reiner Schutz. In einem Umschlag zerknittert die Zeitung oder Zeitschrift natürlich weniger bis gar nicht. Noch dazu kann das Design selbst gestaltet oder gewählt werden.

Wärme. Warme Hände beim Lesen – Wer möchte das nicht? Vor allem Frauen haben oft kalte Hände (kühle Sommerabende, im Winter etc.)

Licht. Helligkeit beim Lesen ist sehr wichtig, da schlechtes Licht schädigend für die Augen ist. Im Umschlag vorn und Hinten eingebaut sind Platten, welche bei Dunkelheit anfangen zu leuchten (ebenfalls manuell einstellbar). Sie leuchten die komplette Seite immer mit der gleichen Helligkeit aus.

 

Zeitung mit Brille und Video-Funktion

Bei der Bearbeitung des Themas Quality Time sind wir auf die Frage gestoßen, wie man das Lesen noch informativer und spannender gestalten könnte, während man Zeit für sich findet und sich entspannt. Unsere Idee ist es durch eine Kombination aus einer klassischen gedruckten Zeitung und einer Virtual-Reality-ähnlichen Brille das Lesen zum Erlebnis zu machen. In den Zeitungs- & Zeitschriftenartikeln sind an verschiedenen Stellen Codes gedruckt, die mithilfe der Brille eingescannt werden können und anschließend Zusatzinhalte freigeben und abspielen. Zusatzinhalte könnten beispielsweise Mitschnitte eines Konzerts, einer Modenschau, eines Fußballspiels u.v.m. sein. Durch die Brille kann der Leser komplett in die Welt des Artikeln eintauchen und weitere Informationen erlangen.

 

Die Postkarte im Jahr 2050

Postkarten werden im Jahr 2050 wahrscheinlich nicht mehr vorhanden sein und die digitale Welt wird immer präsenter. Nachrichten aus dem Urlaub werden schnell per WhatsApp oder mit Hilfe anderer Plattformen verschickt. Wir kamen nun auf die Idee, da Postkarten in diesem Jahr wahrscheinlich wieder als Retro und damit als In angesehen werden, eine moderne Form zu entwickeln. Die Postkarten sollen aus einem kleinen, flexiblen Bildschirm bestehen, auf den kleine Videos oder Bilder geladen werden können.

 

Das zerknitterbare, wiederverwendbare Notizblatt

Die Idee hinter dem Notizblatt ist die Übertragung aller Notizen auf das Smartphone/den Laptop. Vor allem für schnelle Notizen und Zeichnungen ist das sehr nützlich. Notizen gehen nicht mehr verloren, da sie sofort digitalisiert werden. Das Notizblatt lässt sich auf sehr kleines Format falten und zerknittert, anders als herkömmliches Papier, nicht. Geschriebenes kann wieder gelöscht werden und das Papier somit wiederverwendet werden. Eine Idee wäre auch über Symbole beispielsweise Kalendereinträge oder Mails zu generieren. Das Produkt würde Ressourcen und Geld sparen und ist für den Nutzer im Alltag von großem Nutzen.

 

Das Buch mit Hologramm-Projektor

Auf ein Buch gelegt, stellt dieser die Printinhalte oder veranschaulichende Zusatzinformationen als 3D-Hologramm dar. Die integrierte Kamera erkennt Handbewegungen. Hologramme lassen sich durch Handbewegung steuern: drehen, zoomen, Zusatzinformationen abrufen

Diese Hologramme machen das Lesen in der Badewanne möglich, schaffen die Verbindung von digitalen Erklärvideos und analogen Informationen und ermöglichen z.B. das Kochen ohne umzublättern und Verschmutzung des Buchs.

 

Plakat nimmt Betrachter in Szene auf

Diese Idee ist gedacht als innovative Marketingmaßnahme für Reiseveranstalter/ Reiseunternehmen. Die Idee: Ein gedrucktes Plakat, auf dem mittels Projektion der Betrachter in die Situation des Motives hineinprojiziert wird. Dazu muss die Person in einem bestimmten Bereich am Boden treten, um ihre Einwilligung zur Projizierung zu geben. Danach kann der Kunde ein Foto mit passender Werbung kostenlos abholen. Eignet sich für öffentliche Plätze oder Räumlichkeiten und ist auch für andere Branchen (Automobilindustrie, Filmindustrie) interessant.

 

Im Nachgang wurde intensiv über die Machbarkeit der ein oder anderen Idee diskutiert. Es haben sich spannende Optionen für Nachfolgeprojekte ergeben. Ich freue mich drauf!

 

Empfohlene Beiträge

2. Netzwerktreffen Design Thinking München

10

Feb
Aktuelles, Blog

Design Thinking

Vor kurzem waren beim Design Thinking Workshop Jörg und Ben von Theater interaktiv https://www.theater-interaktiv.net/design-thinking-2/dabei. Interessiert wollten wir wissen, was macht Theater interaktiv. Im Mittelpunkt von Theater interaktiv steht die humorvoll-theatralische Darstellung und interaktiv-szenische Bearbeitung der Themen, die für die Kunden im Berufsalltag eine Herausforderung darstellen. Und das unter hoher emotionaler Beteiligung der Zuschauer, also Improvisationstheater. Was ist […]

Design Thinking Sensorik Projekt

07

Feb
Aktuelles, Blog

Design Thinking und Sensorik

Wie passen Design Thinking und sensorische Beschreibung von Lebensmitteln zusammen? Design Thinking liefert tolle Ergebnisse für Sensorik Bereits beim Kauf soll der Kunde wissen, wie das Produkt schmecken wird. Dazu liefern erste Arbeiten mit Design Thinking exakte sensorische Beschreibungen von Lebensmitteln. Was kann Design Thinking leisten? Bei Design Thinking fühlen wir uns in die Zielgruppe ein, versuchen[…]